Wie man (nicht) eBooks auf Englisch liest

Englische eBooks sind eine wirkliche Bereicherung, wenn man weiß, wie man sie lesen kann.

English-Books-In-DanangDie meisten von uns haben Englisch in der Schule gelernt. Mehr oder minder. Und weil Englisch eine Weltsprache ist, ist es auch eine der größten Quellen von Literatur, von klassisch bis zeitgenössisch, von trivial und Unterhaltung bis zu ganz großer Literatur. Grund genug, Bücher auf Englisch zu lesen. Zumal sie oft preiswerter sind als die deutschen Übersetzungen, wenn es denn überhaupt deutsche Übersetzungen gibt. „Aber“, fragen Sie jetzt, „ist es nicht doch schwierig, in einer Fremdsprache zu lesen?“

Ich mache jetzt mal einen persönlichen Ausflug, in meine eigene Lebensgeschichte. So ungefähr 30 Jahre zurück. Damals habe ich in Frankfurt gelebt und hatte einen Lebenspartner (oder doch eher nur Teillebenspartner), der Englisch studiert hat. Von eBooks und eReadern war damals noch nicht die Rede, selbst PCs gab es noch nicht oder nur selten. Aber damals war die Frankfurter Stadtbibliothek gut ausgestattet, auch mit englischen Büchern. Und mein Freund hat regelmäßig die neuesten Bestseller auf Englisch heim geschleppt und verschlungen.

Und jedes Mal war ich grün vor Neid und habe rumgenörgelt: „Du kannst jetzt wieder das neueste Buch von XY lesen, ich muss ein Jahr warten, bis das auf Deutsch erscheint.“ Hin und wieder habe ich es dann auch mal probiert, in der Hand das Buch, auf dem Tisch das Wörterbuch…. bähh, das war nix.

Und dann ist meinem Freund der Kragen ob meiner ewigen Rumjammerei geplatzt: „Ich weiß, dass Du Englisch kannst. Wir waren zusammen in England und Du hast mit den Menschen dort gesprochen, wenn auch mit Fehlern. Nimm dir ein Buch und lies es. Lies es. Einfach so. Lass das Wörterbuch im Regal. Das meiste erschließt sich aus dem Zusammenhang. Wenn Du etwas wirklich nicht verstehst, übergehe es, überlasse dich der Geschichte, nicht den Wörtern.“

Das war der zündende Funke. The Little Drummer Girl von John le Carré war das erste Buch, das ich auf diese Art gelesen habe. Und ja, ich habe nicht alles verstanden. Aber dennoch Genuss gehabt und Lesefreude erlebt. Und werde es nie vergessen. Und seither habe ich hunderte und hunderte von Büchern auf Englisch gelesen, quer durch alle Genres. Und das Tolle dabei: sowohl meine passiven als auch meine aktiven englischen Sprachkenntnisse haben sich enorm verbessert.

So, und jetzt zurück in die  Gegenwart. Wir haben Kindles und andere eReader. Und insbesondere die Kindles sind hervorragend mit Wörterbüchern ausgestattet. Es war noch nie so einfach, ein Buch in einer Fremdsprache zu lesen und mal kurz ein Wort nachzuschlagen. Die neueren Kindles bieten sogar einen Vokabeltrainer.

Aber, ganz ehrlich, ich würde es heute noch so machen wie damals: Beherzt einfach lesen, wenig nachschlagen und im Buch versinken. Übrigens benutze ich heute häufiger die Wörterbuchfunktion: ich gucke im Oxford Dictionary nach, oft auch wenn ich ein Wort verstehe, weil mich die Etymologie interessiert. Aber auch ansonsten halte ich das für den besseren Weg, denn die Erklärungen sind auf Englisch und man wird nicht aus dem Lesefluss durch den Sprachwechsel gerissen.

Wer es testen will: Auf englishbooks.xtme gibt es täglich sehr empfehlenswerte englische eBooks, die kostenlos oder preiswert sind.

4 Responses to Wie man (nicht) eBooks auf Englisch liest

  1. Hadassa 5. April 2016 at 18:36 #

    Genau so ist es 🙂

    • Susanne 5. April 2016 at 18:50 #

      Hadassa, danke!

  2. Monika 5. April 2016 at 19:52 #

    Genauso habe ich auch angefangen, Bücher in Fremdsprachen zu lesen – erst auf französisch (weil ich Englisch damals nicht mochte :-)), später auf Englisch. Und inzwischen lese ich hauptsächlich auf Englisch. Man muss nicht jedes Wort nachschlagen, am Anfang ist es schon ein Erfolgserlebnis, wenn man die Zusammenhänge versteht und der Geschichte folgen kann.

    Ich genieße die Wörterbücher, die ich auf dem Kindle habe, aber ich schlage wirklich nicht jedes Wort nach, das mir zunächst ungeläufig erscheint. Oft erschließt sich die Bedeutung von ganz allein aus dem Kontext. Und je mehr man liest, desto mehr geht es in Fleisch und Blut über.

    Monika (aka die „Bücherraupe“)

    • Susanne 5. April 2016 at 20:25 #

      Monika, danke!

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