Interview: Afrika, Köln, Karibik – englische eBooks für Kindle gratis

Ein amerikanischer Autor, der durch die Welt gereist ist und das jetzt in aufregende Thriller verpackt.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAHallo Kevin, willkommen bei den begeisterten deutschen Lesern englischsprachiger Bücher.

Sie leben jetzt in Kalifornien, aber über eine lange Zeit sind sie durch die Welt gereist. Wo waren Sie überall?

Mehr als zehn Jahre lang bin ich durch Europa, Afrika und Mexiko gereist. Ich habe in Köln gelebt, zweimal, und als Englischlehrer bei Berlitz gearbeitet, während ich in einem Zelt geschlafen habe. Das war eine echte Erfahrung. Ich bin nach Deutschland gekommen, um dort zu arbeiten, aber ich habe mich in die Kultur, die Geschichte und die Bevölkerung verliebt. Köln wurde meine Stadt und ich bin dort gewachsen.

In Köln bin habe ich die Folterungen bewältigt, deren Zeuge ich in Afrika geworden war. Ich bin in Mombasa in Kenia ins Gefängnis geworfen worden wegen des Besitzes von Haschisch. In der ersten Nacht beobachtete ich, wie ein Polizist einen afrikanischen Jungen verprügelte. Es drängte mich, dem Jungen zu helfen. Aber wenn ich es gemacht hätte, wäre ich wahrscheinlich immer noch im Gefängnis. In dem Gefängnis, wo ich umgeben von Afrikanern auf dem Betonboden geschlafen habe, der von menschlichem Schweiß geglättet worden war.

Darüber konnte ich niemals reden, aber in Köln habe ich angefangen, einen Roman über die Rettung eines afrikanischen Jungen zu schreiben. Es war eine innere Verletzung, die ich heilen musste und das Schreiben erlaubte mir, es aus dem Gedächtnis zu bannen. Um Charaktere zu finden besuchte ich eine äthiopische Bar am Zülpicher Platz und fand äthiopische Freunde. Viele von ihnen finden sich als Charaktere in meinem Buch.

FALLING UP

Thriller von Kevin R. Hill

Jesse is being hunted by a private security company that wants him dead. While trying to raise cash in Cologne, Germany, with the help of a black marketer, he meets a beautiful social worker that needs his help to protect two children stolen from trafficker. If he helps, he’ll be stepping into an urban war. He’ll also be exposing himself to the men hunting him. Doing the right thing can be like playing with a bear trap.

Der Thriller, der sowohl auf den Kölner als auch den Afrikanischen Erfahrungen des Autors beruht. „I was pleasantly surprised. Instead of writing in a tight action genre formula novel, the author reached for more. By that I mean he has told five stories with this book.“ (Leser) (4 Rezensionen / 3,3 Sterne) Ca. 255 Normseiten – noch gratis?

Welche Erfahrungen haben Sie als Lebenserfahrungen von ihren Reisen mitgenommen?

Ich bin auf Lastkraftwagen gereist und habe mich an Seilen festgehalten, während ich hin- und her polterte und schlief. Im Schlaf merkte ich, wie der Lastwagen anhielt und hörte Gewehrschüsse. Der Fahrer hatte einen Hirsch oder eine Antilope erschossen und den Hals durchgeschlitzt. Das Blut ran in meine Schuhe und weckte mich auf. In Afrika habe ich gelernt, dass das Leben Hand in Hand  mit dem Tod geht. Das war hart zu akzeptieren.

Aber während meiner Reisen gab es auch unglaubliche Schönheit. Mit der Zeit wurde mir klar, dass die Menschen, egal aus welchem Land sie kommen oder welche Sprache sie sprechen, das Gleiche wünschen: Sicherheit, Gesundheit und Chancen für ihre Kinder und Glück.

Wie hat das ihre schriftstellerische Arbeit beeinflusst?

Mein Verständnis der Welt und der menschlichen Natur hat sich ausgeweitet, während ich gereist bin. Ich habe so viel über mich selber gelernt und sicher haben meine Reiseerfahrungen – sei es epischer Geschlechtsverkehr mit einer schönen Frau in einem Zelt, während Gewitter die Klippen von Sorrento erschüttert haben oder Kämpfe in Das Ding, der Unikneipe von Köln – mich als Mensch und Schriftsteller geformt.

In Köln haben Sie Äthiopier kennen gelernt. Bitte erzählen Sie uns darüber.

Das Zusammensein mit meinen äthiopischen Freunden hat für mich den Abstand nach Afrika verkürzt. Mir wurde ihr Schmerz, ihre Familie verlassen zu haben und auf einem anderen Kontinent zu leben klar. Oft saßen wir auf dem Boden, aßen aus der gleichen Schale Anjarra mit Sauce und haben von Hand Brocken abgerissen und sie in die Sauce getaucht. Man sagt, dass Afrikaner weinen, wenn sie essen. Das ist nicht, weil sie traurig sind, sondern wegen den Chillies. Ich erfuhr, wie sie mit ihrer Sprache, ihrem Essen, ihrer Kultur ihr Leben außerhalb des deutschen Mainstreams lebten. Ich sah auch, wie viele von ihnen den Übergang nicht schafften, weil die drastischen Veränderungen nach einem Leben in einem Drittweltland auf einmal in Europa sie erschüttert haben.

Sie wissen, dass 2015 mehr als eine Million Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind. Es gibt viele Diskussionen in Deutschland und der Europäischen Union darüber. Glauben Sie, dass Deutschland mit so vielen Menschen aus oft exotischen Ländern umgehen kann?

Die deutschen Menschen sind stark und intelligent. Sie können alles schaffen! Aber es liegt an dem Land, an der gewählten Regierung zu sagen, ob das den Lebensstil beeinflusst, ob Deutschland weniger Deutschland wegen der Flüchtlinge ist. Jedes Land muss sich selber schützen.

Welche anderen Bücher haben Sie geschrieben?

Einen anderen Action-Thriller, Touching Spirits, the Mayan Case. Er spielt in dem karibischen Ort, in dem ich Falling Spirits fertig geschrieben habe.

Touching Spirits

Thriller von Kevin R. Hill

Driven to a Mayan beach town near Cancun, a cop named Cody Brannon rekindles a love of cooking by opening a food cart, but is forced to investigate a series of spooky murders that circle around a Mayan artifact, stolen decades ago.

Der Thriller, der auf den karibischen Abenteuern des Autors beruht – da, wo er seinen Köln-Thriller fertig geschrieben hat. „Deep and mysterious characters, thoughtful prose, and a fresh storyline kept my attention. I enjoyed the character development, the travels, and especially the surprises in the middle.“ (Leser) (4 Rezensionen / 4,8 Sterne) Ca. 269 Normseiten – noch gratis?

Was schreiben Sie jetzt? Sollten wir neugierig sein?

Wenn Sie jemals davon geträumt haben, alles zu verkaufen und in die Karibik zu ziehen, dann schreibe ich das Buch für Sie. 1986 habe ich alles verkauft und bin in die Karibik gezogen, in ein verlassenes Haus, 30 Meter vom Meer entfernt.

Hier geht es zum Hauptartikel von Samstag, dem 10.02.2016

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